Ein Jahr lang wurden auf dem Bahnhof Südkreuz in Berlin auf gekennzeichneten Flächen mit Kameras Gesichter von Passanten erfasst. Heute endet das Projekt, welches ursprünglich für nur 6 Monate angedacht war (CRONIQ berichtete >>)

Über 300 Testpersonen ließen sich freiwillig testen, d.h. dass diese sich vorab fotografieren ließen und einen Transponder erhielten, damit auch deren wirkliche Anwesenheit auf dem Bahnhof überprüft werden konnte.

Das langfristige Ziel des Projektes ist es, durch die Gesichtserkennung Fahndungen nach Verbrechern und Terroristen zu unterstützen. Dennoch gab und gibt es Kritik von Datenschützern, da auch von unbescholtenen Bürgern die Daten erfasst und gespeichert und somit deren Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Zudem fehlt es bisher an einer gesetzlichen Grundlage.

Die Auswertung mit Ergebnissen des Projektes wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Ein Termin dafür steht jedenfalls noch nicht fest. Ob die Teilnahme von lediglich 300 Testpersonen und laut Nachrichten die Trefferquote von 70-85% für eine aussagekräftige Studie reichen, ist für viele, wie auch für uns, fraglich. Auch fehlen weitere Informationen zum gesamten Ablauf und der eingesetzten Technik.

Ende September 2018 soll ein zweiter Versuch gestartet werden: Computerprogramme sollen dann gefilmte Situationen und Gegenstände analysieren. Es soll so festgestellt werden, wie gut eingesetzte Programme ungewohnte oder gar gefährliche Abweichungen von dem „normalen Ablauf“ auf dem Bahnhof erkennen können. Wir sind gespannt und werden weiter berichten.

Ein zum Nachdenken anregendes und passendes Zitat zu diesem Thema von Helmat Glatz, Schriftsteller:

„Der gläserne Mensch ist nicht nur durchsichtig, er bricht auch leichter.“…

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