Strategische Vorsorge für Unternehmen

In einer modernen Wirtschaft, die fast ausnahmslos auf digitaler Infrastruktur und elektrischer Energie basiert, stellt ein langandauernder Stromausfall für Unternehmen ein existenzielles Risiko dar. Um diesem Szenario zu begegnen, bietet die Kombination aus der internationalen Norm ISO 22301 und dem spezifischeren Standard BSI 200-4 einen methodischen Leitfaden.

Die Vorbereitung beginnt dabei nicht mit der Technik, sondern mit dem Verständnis der eigenen Organisation durch eine Business Impact Analyse (BIA).

Ein Unternehmen sollte präzise identifizieren, welche Kernprozesse – etwa die Kühlung von Waren, die Datensicherheit oder die physische Produktion – bei einem Blackout als Erstes kritische Schadensschwellen erreichen. Hierbei gilt es, die maximale Ausfallzeit festzulegen, bevor irreversible Schäden eintreten, und daraus realistische Wiederanlaufzeiten abzuleiten.

Sobald die Prioritäten geklärt sind, rückt die Ressourcenplanung in den Fokus.

Während die ISO 22301 den Rahmen für die Bereitstellung notwendiger Ressourcen vorgibt, konkretisiert der BSI-Standard die Anforderungen an die Infrastruktur. Für Betriebe bedeutet dies, eine abgestufte Strategie für die Notstromversorgung zu entwickeln. Da die vollständige Aufrechterhaltung des Normalbetriebs oft zu kostspielig ist, muss die Energie gezielt dorthin gelenkt werden, wo sie die Fortführung der Geschäftstätigkeit sichert. Dies umfasst neben technischen Lösungen wie z.B. Photovoltaik-Inselanlagen oder Notstromaggregaten auch die Sicherstellung der notwendigen Betriebsmittel, wie etwa Kraftstoffvorräte oder Wartungsverträge für diese Anlagen.

Ein oft unterschätztes Merkmal der Vorbereitung ist die Aufrechterhaltung der Kommunikations- und Handlungsfähigkeit.

Da bei einem großflächigen Blackout das Internet und oft auch das Mobilfunknetz versagen, sollten Unternehmen analoge Rückfalllösungen etablieren. Dies beinhaltet die Bereitstellung von Notfallplänen in physischer Papierform und die Festlegung klarer Treffpunkte sowie Verantwortlichkeiten für die Belegschaft. Die organisatorische Resilienz zeigt sich hier in der Fähigkeit, auch ohne digitale Unterstützung handlungsfähig zu bleiben, was durch manuelle Workarounds – wie die handschriftliche Erfassung von Aufträgen – ergänzt werden kann.

Abschließend betonen beide Standards, dass Vorsorge kein statischer Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess ist.

Für ein Unternehmen ist es daher essenziell, die getroffenen Maßnahmen durch regelmäßige Übungen und Tests auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Nur wer den Ernstfall proaktiv simuliert, erkennt die Lücken in der eigenen Kette und stellt sicher, dass die Belegschaft im Krisenfall besonnen reagiert. Die Integration der Anforderungen aus ISO 22301 und BSI 200-4 transformiert die bloße Krisenreaktion somit in eine strategische Resilienz, die das Unternehmen auch in Zeiten längerer Instabilität schützt.

Fazit

Heutzutage ist es unerlässlich, dass sich sogar Kleinunternehmer (und größere Firmen sowie Konzerne ohnehin), damit beschäftigen, wie sie ihre Unternehmung auch in einer Krisensituation fortsetzen können.

Dies gilt selbstverständlich für jedes produzierende Unternehmen, aber auch für informationssensible Berufe wie Ärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater, oder auch für Architekten, Handwerker, Garten- und Landschaftsbauunternehmen, Pflegedienste, Versandhändler und viele mehr.

Sollten Sie sich in Bezug auf den Stand Ihrer betrieblichen Kontinuitäts-Vorsorge unsicher sein und weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Zögern Sie bitte nicht, mit uns Verbindung aufzunehmen.

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